Kosten & Finanzierung

Was kostet eine 24-Stunden-Betreuung wirklich?

Die Frage nach den Kosten ist immer auch eine Frage nach dem Wert. Was ist es wert, dass Ihre Mutter morgens in ihrem eigenen Bett aufwacht? Dass Ihr Vater im Garten sitzen kann, den er seit 40 Jahren pflegt? Wir zeigen Ihnen transparent, was eine 24-Stunden-Betreuung kostet — und welche Unterstützung Ihnen zusteht.

Transparente Kostenübersicht für Seniorenbetreuung

Ehrlich über Geld sprechen

Wenn Familien zum ersten Mal über eine 24-Stunden-Betreuung nachdenken, ist die Kostenfrage oft mit Unsicherheit verbunden. Wie viel kostet es wirklich? Was ist im Preis enthalten? Gibt es Unterstützung vom Staat? Diese Fragen sind berechtigt — und sie verdienen ehrliche Antworten.

Die gute Nachricht: Eine 24-Stunden-Betreuung zuhause ist in den meisten Fällen günstiger als ein Pflegeheim. Und mit der richtigen Kombination aus Hilflosenentschädigung, Spitex-Anteilen und allenfalls Ergänzungsleistungen lassen sich die Eigenkosten deutlich senken.

Auf dieser Seite finden Sie eine vollständige Übersicht der drei gängigen Preismodelle, eine konkrete Beispielrechnung und Informationen zu allen Finanzierungsmöglichkeiten. Keine versteckten Kosten, keine Überraschungen — das ist unser Versprechen.

Drei Preismodelle im Vergleich

Je nach Modell übernehmen Sie als Familie unterschiedliche Rollen — und tragen unterschiedliche Kosten. Alle Preise verstehen sich inklusive Lohn, Sozialversicherungen und Agenturgebühr.

Beliebtestes Modell

Vermittlungsmodell

ab CHF 4200/Mt.

Agentur vermittelt Betreuungsperson, Familie ist Arbeitgeber.

  • Sie sind Arbeitgeber — volle Kontrolle
  • Tiefster Preis aller Modelle
  • Administrative Pflichten bei der Familie
  • Naturallohn CHF 990/Mt. inkludiert
Rundum-sorglos

Verleihmodell

CHF 6000–8500/Mt.

Agentur stellt Betreuungsperson an und verleiht sie an Familie.

  • Agentur ist Arbeitgeber — weniger Aufwand
  • SECO-Bewilligung erforderlich
  • Ersatzperson bei Krankheit garantiert
  • Sozialversicherungen durch Agentur
Intensive Pflege

Aktive 24h (Schichtdienst)

CHF 7047–11000/Mt.

Zwei oder mehr Betreuungspersonen im Schichtbetrieb — echte 24h-Abdeckung.

  • Echte 24h-Abdeckung im Schichtbetrieb
  • Ideal bei nächtlichem Pflegebedarf
  • Für schwere Demenz oder Palliativpflege
  • Immer noch günstiger als viele Pflegeheime

Konkrete Beispielrechnung

Frau M. (81) lebt allein in Bern. Diagnose: leichte Demenz, Sturzgefahr, Hilfe bei Körperpflege nötig. Ihre Tochter wählt das Vermittlungsmodell mit ergänzender Spitex.

Brutto-Betreuungskosten (Vermittlungsmodell)CHF 4800
– Hilflosenentschädigung (mittlere Stufe)

AHV-Leistung bei regelmässiger Hilfe in 4+ Alltagsverrichtungen

– CHF 762
– Spitex-Anteil (KVG-gedeckt)

Grundpflege 5h/Woche durch Spitex-Fachperson, KLV c-Tarif

– CHF 420
Netto-Eigenkosten pro MonatCHF 3618

Rechenbeispiel. Die tatsächlichen Kosten hängen vom gewählten Modell, dem Pflegebedarf und der individuellen Situation ab. Spitex-Anteil variiert je nach bewilligten KLV-Stunden.

Hilflosenentschädigung — Ihr Anspruch

Die Hilflosenentschädigung (HE) ist eine monatliche Leistung der AHV/IV für Personen, die im Alltag regelmässig auf Hilfe angewiesen sind. Sie wird unabhängig vom Einkommen und Vermögen ausbezahlt.

Leichte Hilflosigkeit

CHF 478/Mt.

Regelmässige Hilfe bei mindestens 2 alltäglichen Lebensverrichtungen (z.B. Ankleiden, Körperpflege) oder dauernde persönliche Überwachung nötig.

Mittele Hilflosigkeit

CHF 762/Mt.

Regelmässige Hilfe bei mindestens 4 alltäglichen Lebensverrichtungen nötig. Häufig bei fortgeschrittener Demenz oder nach einem Schlaganfall.

Schwere Hilflosigkeit

CHF 1205/Mt.

Hilfe bei allen 6 alltäglichen Lebensverrichtungen nötig. Vollständige Abhängigkeit bei Ankleiden, Körperpflege, Essen, Fortbewegen, Toilettengang und Aufstehen/Absitzen.

Den Antrag stellen Sie bei Ihrer AHV-Zweigstelle. Die Abklärung erfolgt durch die IV-Stelle des Kantons. Zwischen Antrag und erster Auszahlung vergehen in der Regel 3–6 Monate — stellen Sie den Antrag also frühzeitig.

Spitex + 24h-Betreuung: Kluge Kombination

Viele Familien wissen nicht, dass sich eine 24-Stunden-Betreuung hervorragend mit Spitex-Leistungen kombinieren lässt. Die Betreuungsperson übernimmt die hauswirtschaftliche Unterstützung und Begleitung im Alltag. Für medizinische Pflege (Behandlungspflege nach KLV b) und professionelle Grundpflege (KLV c) kommt die Spitex ins Haus.

Der Vorteil: Die Spitex-Leistungen werden von der Krankenkasse (KVG-Grundversicherung) übernommen. Der Eigenanteil für Patienten beträgt maximal CHF 23 pro Tag — in vielen Kantonen deutlich weniger. So können Sie die Gesamtkosten der Betreuung spürbar senken.

Ein typisches Beispiel: Ihre Mutter erhält 5 Stunden Grundpflege pro Woche durch die Spitex (Körperpflege, Medikamentenkontrolle). Der KVG-Anteil deckt etwa CHF 400–500 pro Monat. Die Betreuungsperson kümmert sich um alles andere: Kochen, Einkaufen, Wäsche, Gesellschaft, Spaziergänge.

So entstehen zwei sich ergänzende Säulen: professionelle Pflege durch die Spitex und menschliche Betreuung rund um die Uhr durch die Live-in-Betreuungsperson. Beide zusammen ermöglichen ein Leben zuhause — auch bei erhöhtem Pflegebedarf.

Möchten Sie die Kosten für Ihre Situation berechnen?

Wir erstellen Ihnen eine individuelle Kostenübersicht — kostenlos und unverbindlich.

Häufige Fragen

Die 24-Stunden-Betreuung selbst ist keine Kassenleistung. Allerdings übernimmt die Grundversicherung (KVG) die Kosten für Spitex-Leistungen nach KLV — also Behandlungspflege und Grundpflege, die parallel durch eine Spitex-Organisation erbracht werden. Zusätzlich können Sie Hilflosenentschädigung und bei Bedarf Ergänzungsleistungen beantragen.